Der Bundespräsident

Unicef-Pate

YOOW - Mitglied im

I. T. Z.

Nachhaltigkeit lernen

Sierra Leone

Die Lebenserwartung in den Industrieländern ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts erheblich angestiegen, indem die hygienischen Bedingungen deutlich verbessert werden konnten. Sauberes Trinkwasser und medizinische Versorgung sind dazu wichtige Voraussetzungen. Hier setzt YOOW-Hilfe zur Selbsthilfe an.
Sierra Leone ist eines der ärmsten Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit.
Dort den Menschen zu helfen, hat sich YOOW zur Aufgabe gemacht.

YOOW engagiert sich auf vier Tätigkeitsfeldern:

* Berufliche Bildung und Existenzgründung
* Versorgung und Energie
* Gesundheit und Vorsorge
* Kultur und Austausch

Männliche und weibliche Jugendliche lernen das Maurer-, Tischler- Metallbau oder Schneider-Handwerk. Über sogenannte Mikrokredite bzw. sonstige vertragliche Bedingungen können Absolventen eine Nähmaschine zum Aufbau einer eigenen Existenz erhalten. Diese Nähmaschinen werden von Berliner YOOW-Senioren gesammelt und überarbeitet, so daß sie zuverlässig funktionieren.

YOOW-Senioren haben zusammen mit YOOW-Jugendlichen einen Container als komplette Schlosserwerkstatt ausgerüstet und so ein komplettes Ausbildungsmodul nach Freetown geliefert. Eine zweite Metallbauwerkstatt wurde 2012 verschifft.

YOOW-Jugendliche sammeln Computer für ein Kommunikationszentrum in Freetown und statten sie mit einer funktionssicheren Software aus.

YOOW sammelt medizinisches Gerät und Klinikeinrichtungen und liefert sie in Krankenhäuser und Ambulanzen. Unter anderem wurde 2007 ein Kleinbus von Berliner Auszubildenden technisch überholt und vielseitig funktionstüchtig als Klinikmobil ausgerüstet.

In Zusammenarbeit mit "Ingenieure ohne Grenzen" entsand in Kamakwie eine Solartechnik-Anlage zur Elektrifizierung des Sella Vocational (Ausbildungs)zentrums.

Mit dem zuverlässigen Partner MADAM wurden Brunnenanlagen in mehreren Dörfern sowie ein Geburtshaus gebaut.

YOOW unterstützt das Krankenhaus in Mattru Jong mit vielfältiger Ausstattung: von Blutdruckmeß- über Beatmungsgeräten bis zur Containerladung voller Krankenbetten. So werden auf Anfrage gezielt Geräte und Mobiliar in Berlin gesammelt oder von hiesigen Krankenhäusern erworben und zu gezielten Hilfslieferungen zusammengestellt.

Unter anderem wurde in 2007 ein Kleinbus von Berliner Auszubildenden (bei der DEKRA) technisch überholt und vielseitig funktionstüchtig als Klinikmobil ausgerüstet.

Dieses dient Ärzten in Mattru zur medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten.
 
     
     

Bildung ist Menschenrecht!
Doch in den Slums von Freetown (den sogenannten „Gulley Areas“) sieht die Wahrheit anders aus. Ich habe dort  Kinder erlebt, die schuften, anstatt zur Schule zu gehen. Intelligente Kinder, jedoch aus Familien, die von der Hand in den Mund leben und jede Arbeitskraft benötigen. Der Schulbesuch ist in Sierra Leone kostenlos, doch müssen die Kinder eine teure Schuluniform tragen und Lernmaterialen wie Bücher, Hefte, Stifte usw. selbst finanzieren. Das heißt also, Kinder aus Familien, die sich Uniform und Bücher nicht leisten können, dürfen nicht in die Schule gehen.

Vorrangiges Ziel dieses Projektes ist es daher, bedürftigen Kindern aus den Gulley Areas in Freetown den Schulbesuch zu ermöglichen, indem sie mit Schuluniformen und Lernmaterialien ausgestattet werden.




     
Sozialpolitischer Ansatz
Bildung ermöglicht es Menschen, über ihre Rechte Bescheid zu wissen, auf fachlichen Informationen begründete Entscheidungen zu treffen und sich und ihre Umgebung weiter zu entwickeln.

Trotz Anstrengungen der Regierung Sierra Leones, das nationale Bildungssystem zu verbessern, ist die Situation für den Großteil der Kinder immer noch prekär und der Schulbesuch nicht selbstverständlich.

Der Ausbau von Bildungssystemen in den ärmsten Ländern dieser Welt ist Bestandteil der Milleniumsziele der Vereinten Nationen.
Diese wollen wir mit unseren Möglichkeiten unterstützen.
 
     
Benötigte Unterstützung
Spenden für bis zu 200 Schüler-Kits. Eine komplette Ausstattung für den Schulbesuch eines Kindes kostet
Euro 30,00 pro Jahr.

(Hierin enthalten sind zwei Uniformen plus Bücher, Schreib- und Zeichengeräte)

2 PC oder Laptops mit Internet-Anschluß und Drucker.

Mittel zur Projektbetreuung vor Ort: Finanzierung des Projektstandorts in Freetown/Sierra Leone Euro 900,00/Jahr. 

Reisekosten für nachhaltige Projektpflege und Betreuung, Begegnungen und Kontaktpflege mit den Empfängerfamilien und Schulen bzw. Lehrer-Kollegium Euro 2.500,00/Jahr.
 

Ausblick
Bislang chancenlose Kinder werden zur Schule gehen können und damit eine Grundbildung erhalten. Auf lange Sicht soll eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ realisiert werden. Jungen Frauen aus den Slums wird eine Ausbildung zur Schneiderin ermöglicht, die dann in Zukunft Schüler mit Uniformen kostenfrei ausstatten. Hierzu unterstützt YOOW e.V., der über zuverlässige Partner verfügt, damit Materialien und Löhne dauerhaft zur Verfügung stehen.
Auch die Familien geförderter Kinder müssen gestärkt werden, da durch den Schulbesuch die Kinderarbeit in der Familie zurückgedrängt und hoffentlich auch unterbunden wird. D.h. daß wir neben den Kindern auch auf die Familien sehen und diese bei Bedarf mit betreuen.

Projektbeschreibung

Es wurden durch unsere Mitarbeiter vor Ort, die in Freetown leben, bestens die Stadt, die Lebensumstände und alltäglichen Probleme kennen, 20 Kinder im Alter zwischen sieben und zehn Jahren ausgewählt. Sie alle kommen aus der „Susan’s Bay Wharf“, einer typischen „Gulley Area“ in Freetown. Bei der Auswahl ging es vor Allem darum, sicher zu stellen, dass die Eltern ihre Kinder auch tatsächlich in die Schule schicken WOLLEN, d.h. sich darüber im Klaren sind, dass für diesen Zeitraum eine Arbeitskraft in der Familie fehlt.

Die „Kulafai Rashideen Primary School“ in Freetown wurde ausführlich über unsere Idee unterrichtet und hat sich damit einverstanden erklärt, die Kinder zukünftig als Schüler aufzunehmen.
Ein lokaler Schneider wird mit uns zusammenarbeiten und für den Einkauf der richtigen Stoffe, das Maßnehmen der Kinder und die Produktion der Uniformen verantwortlich sein.
Um zukünftig dauerhaft und mehr Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, möchten wir die Voraussetzungen schaffen, dass zwei bis drei jungen Frauen aus der „Susan’s Bay Wharf“ eine anerkannte Ausbildung als Schneiderin beginnen und Uniformen herstellen können.


Müllhalde in den Slums von Freetown

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Maßnehmen für eine Schuluniform
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Klassenzimmer aus Ästen und Bauplanen
02.07.2018: Komme gerade vom 4. Impftermin. Ein wichtiger Vorbereitungsschritt ist mithin abgeschlossen. Und bald geht es ja auch schon los. Völlig klar, dass Deutschland nicht Fußballweltmeister werden konnte, denn der Senior-Expert-Service in Bonn hatte schon früh unseren Flug auf den Endspieltermin gebucht...

17.07.2018: am Sonntag kamen die Zubringermaschinen nicht. Weder Michel aus Hamburg, noch ich aus Berlin kamen rechtzeitig in München an, um den Anschluß nach Johannesburg zu erwischen. Starkregen in München hatte den Start vermiest. Zwei Tage saßen wir fest, weil aufgrund der Ferien alle Flieger voll sind. Nun soll es heute Abend weitergehen: von München über Rom, Addis Abeba und nach einem Stopover in Ndola zum Zielort Blantyre. Dort steigen wir wieder in die laufende Dispo ein, die Termine bei der GIZ und der Deutschen Botschaft finden dann am Freitag statt.

19.07.2018: So einfach war es nicht mit dem Einstieg in die vorbereitete Reiseplanung, denn unser Gepäck ist nicht mit uns angekommen. Am nächsten Tag ist immerhin Michels Koffer da...meine Reisetasche kommt am Freitag an und wird direkt zum Flughafen in Lilongwe weitergeleitet. Dort kann ich sie dann am Samstag abholen.

Sonntag, den 22.07.2018
Endlich in Kasungu. Wir fahren nach Chiuno Village und treffen die beiden Chiefs, besichtigen die vorbereiteten Grabungen und messen die Tiefen. Dann verabreden wir uns auf den nächsten Tag.

Montag, den 23.07.2018:
Beide Chiefs sind in Festtagskleidung. Nach einem Vorgespräch wird die Gemeinde zusammen gerufen. Die Frauen sitzen uns gegenüber, die Männer bei uns zentral und die Kinder an der Seite.
Die Erwartungen sind groß: seit 1997 warten die Menschen auf einen Tiefbrunnen mit Pumpe und sind immer wieder vertröstet und enttäuscht worden.
Im Dorf wird gestaunt, dass schon kurz nach dem Gespräch Tatsachen geschaffen und eine Menge Material angeliefert sind.

Freitag, den 27.07.2018:
Nachdem am Dienstag und Mittwoch Vormittag noch gegraben wurde, ist am Mittwoch die Aufmauerung mit Ziegeln entstanden. Heute erfolgen die Armierungs- und beginnen die Betonarbeiten. Anschließend muss die Baustelle bis zum Mittwoch ruhen.

Mittwoch, den 01.08.2018
Die Rohre werden zusammengesteckt und die Pumpe wird montiert. Parallel dazu tanzen und singen die Frauen zur Trommel, denn sie freuen sich am meisten: anstatt um zwei Uhr morgens genügt es nun um 6.00h aufzustehen, um Wasser zu holen. Ruckzuck ist die Pumpe montiert und: das Wasser fließt.



Donnerstag, den 02.08.2018
Einweihungsfeier. Hoher Besuch von der District-Commission, die Traditional Authority, andere Hauptchiefs und die des Dorfes. Nachdem die ganze Bevölkerung in der üblichen Gruppenaufteilung Platz genommen hat und einige Tänze zum Gesang der Frauen in die Feierlichkeiten eingestimmt haben, tritt der Dorfpoet auf und liest seine für den Tag verfassten Zeilen von einem (Baum-)Blatt ab. Danach folgen die Reden, ein Chef nach dem anderen, auch die Oberchefin, dann die traditional authority und eine Frau, die alles nochmal kommentiert. Schließlich sind wir an der Reihe. Dann ist der offizielle Teil zu Ende, und der ganze Troß geht zur Baustelle des zweiten noch zu bauenden Brunnens, dann zum fertigen, wo die Honoratioren gerne mal den Pumpenschwengel bedienen. Die Frauen tanzen und singen, einige der Alten zeigen uns große Dankbarkeit.



Freitag, den 03.08.2018
Besprechung mit dem Wasserkomittee über den Bau des zweiten Brunnens. Michel schult im Umgang mit den Werkzeugen, erklärt wie die Pumpe gewartet werden muss und beantwortet Fragen. Sehr beeindruckt sind wir über ein Dankesschreiben an die Spender, das in Chichewa verfasst ist und von Chisomo übersetzt wird.

     
         

Sonntag, den 05.08.2018:
Heute kaufen wir Baumaterial ein, denn gestern stand kein Wagen zur Verfügung. Daher heute mehrere Transporte zwischen dem Baustoffhandel und dem Dorf.
Nachmittags dann ein Ausflug zum nahen Nationalpark. Im Vorbeifahren sehen wir ein Kudu, von der Lodge über den See Antilopen und eine Herde Nilpferde. Die badenden Elefanten haben wir verpasst. Ein Ranger weiß, wo sie hingehen und lässt uns folgen. Ein paar Hundert Meter weiter im angrenzenden Wald sind wir der Elefantenfamilie, die sich von Bäumen und Buschwerk nährt, sehr nah. Beeindruckend und schön!

 

Montag, den 06.08.2018
Das Wasserkomitee ist mit der weiteren Vereinbarung zum zweiten Brunnen einverstanden, die Anwesenden unterschreiben. Am Bohrloch bremst ein großer Stein die Grabung. Wir besorgen stärkere Werkzeuge.

Dienstag, den 07.08.2018
Mit dem Stein sind die Brunnenbauer weiter, aber es geht langsam. Ein Chief läßt mir einen kleinen Jungen zeigen. Der Zweijährige hat schreckliche Brandwunden. Er ist umgefallen und hat sich ins Feuer gesetzt. Ihm fehlen Handballen große Hautstücke über mehrere Schichten, an zwei Stellen nässen die Wunden. Ich entschließe mich, den Jungen ins Krankenhaus bringen zu lassen.



Mittwoch, den 08.08.2018
Wir holen die Mutter mit dem kleinen Jungen. Der Arzt sieht sich die Wunden an, misst die Temperatur und macht einige Tests. Dann bekommt der Junge die Wunden gesäubert, eine Antibiotikaspritze und weitere Medikamente. Die Wundbehandlung muss nun täglich über fünf oder sieben Tage erfolgen. Wir bringen Mutter und Kind ins Dorf und laden einen anderen Jungen mit Brandverletzungen ein. Sein Kopf ist total verschorft, aufgebeulte und aufgeplatzte Wunden bluten, Fliegen setzen sich hinein. Der Arzt nimmt wieder Blut, dann zur Wundsäuberung. Die Wunden sind septisch. Durch den Schorf, die eingeklebten Haare und die offenen Stellen wundern wir uns nicht, den kleinen Jungen weinen zu hören. Morgen möchte ich auch die Tochter von M. K., die an Anämie leiden soll, dem Arzt vorstellen. Die Brunnenbauer kämpfen mit dem Stein.



Donnerstag, den 09.08.2018
Wir fahren zu Mayi Gundani, der Traditional Authority, die wir im Dorf bei der Brunneneinweihung kennengelernt haben. Wir bitten sie um kurzfristige Unterstützung für einen Termin beim Senior TA Kaomba. Chisomo ist erstaunt, dass sie seine Telefonnummer herausgibt, ich soll ihn später anrufen. Er ist im Kasungu-Inn bei einem Meeting. Wir fahren hin. Es ist ein Kongress, viele Leute an Tischen im Garten. Dann steht er vor mir: ein verbindlicher, zugewandter und würdevoller Mann, der an Nelson Mandela erinnert. Er führt mich nach draußen, wo wir Platz nehmen und kurz reden. Ein sehr herzliches Gespräch, durch das ich mich geehrt fühle.


Freitag, den 10.08.2018
Die erste Fahrt geht zur Klinik, wo ich die Frauen begrüße, die täglich mit ihren Kindern zur Behandlung kommen müssen. Josephs Kopf sieht schon merklich besser aus. Endlich erhalten wir auch das zweite Pumpen-Equipment vollständig und bringen es, begleitet von begeisterten Kindern, ins Dorf. Die Chiefs nehmen es in Empfang. Dann ist der Moment für den Abschied da, für mich eine ergreifende Situation. Um 13.01h sind wir on the road und ca. 15.30h in Lilongwe.



Samstag, den 11.08.2018
Chisomo kommt zum Frühstück ins Hotel. Zur Fertigstellung des zweiten Brunnens und die weitere gemeinsame Projektarbeit überlasse ich ihm meinen Laptop. Am Flughafen verabschieden wir uns herzlich. Pünktlicher Abflug, winterlich kalt ist es in Johannesburg. Auch von dort geht es pünktlich weiter, auch die Ankunft und der nächste Flug nach Berlin. Absolut pünktlich landen wir, und auch mein Gepäck kommt mit an. Die Reise endet am Sonntag morgen, den 12. August 2018.

Wir sind mit dem Anspruch gefahren zwei Brunnen zu bauen und in der kurzen Zeit mindestens einen zu schaffen. Nun wird der zweite nach unserer Abreise fertig, indem wir auf einen Mitarbeiter setzen, der uns sehr unterstützt hat und die Fertigstellung des zweiten bewerkstelligen soll. Die Menschen im Dorf vertrauen uns, und wir vertrauen ihnen. Sie wollen mehr tun, identifizieren sich mit dem Projekt zur Selbsthilfe und begründen nun eine CBO (Community based Organisation) mit einer dem gemeinnützigen Verein ähnlichen Rechtsstruktur. So kann der weitere Projektabschnitt in Angriff genommen werden. Wir wollen wieder kommen, und die Menschen in Chiuno Village wollen, dass wir dies auch tun. Dafür sammeln wir Spenden, um auf einem bereit stehenden Grundstück eine Schule und einen Kindergarten, ein Ausbildungs- und Kulturzentrum zu realisieren.


Und hier den Reisebericht als Video (37 min)



YOOW-Hilfen in Afrika

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